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Mit 3 Tipps zum gelingenden Miteinander – HAPPY HEALTHY FAMILY 💛

    Teil III der Reihe: HAPPY HEALTHY FAMILY

    In unserem letzten Artikel (nachzulesen hier) haben wir eine Lanze fĂŒr Grenzen in der Erziehung gebrochen. Wir haben festgestellt, dass Kinder fĂŒr eine gesunde Entwicklung sowohl Freiheiten als auch Orientierung brauchen. Heute gibt es dazu ein paar praktische Tipps fĂŒr den Alltag! Wir möchten gemeinsam einen Blick darauf werfen, wie bindungsorientierte Erziehung (den Artikel dazu gibt es hier nachzulesen) gelingen und sowohl Kinder als auch Eltern stĂ€rken kann. Dazu geben wir drei praktische Tipps fĂŒr ein gelingendes Miteinander. Was wir und unsere Kinder dabei lernen können, verraten wir zum Schluss…

    1. BedĂŒrfnisse ausbalancieren

    Wahrscheinlich kennen alle Eltern diese oder eine Ă€hnliche Situation: Wir sind gerade dabei aufzurĂ€umen, als unser Kind den dringenden Wunsch Ă€ußert, ein Bild mit Fingerfarben zu malen. Obwohl uns das gerade gar nicht in unseren Plan passt, möchten wir unserem Kind seinen Wunsch nicht abschlagen und beschließen dem nachzukommen. Und obwohl wir es gut gemeint haben, endet die Situation im Drama – mit Fingerfarben auf Kleidung, Esstisch und Teppich, einem schreienden Elternteil und einem noch lauter schreienden Kind.

    Warum die Situation eskaliert ist? Vermutlich, weil wir ein BedĂŒrfnis ĂŒbergangen haben. Vielleicht wollten wir das, was wir angefangen hatten, gerne zu Ende bringen. Vielleicht wollten wir uns auch noch fĂŒr einen Augenblick mit einer Tasse Kaffee aufs Sofa setzen oder fĂŒr ein paar Minuten in der Zeitung blĂ€ttern. Wahrscheinlich wĂ€ren wir viel entspannter gewesen, wenn wir mit unserem Kind vereinbart hĂ€tten, dass wir unsere Sache zu Ende bringen und ihm danach unsere ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Bestimmt hĂ€tten wir dann trotz der verschĂŒtteten Fingerfarben viel gelassener reagiert.

    Wenn wir einen liebevollen, wertschĂ€tzenden und stĂ€rkenden Umgang miteinander pflegen wollen, ist es nicht ausreichend, nur auf die BedĂŒrfnisse unseres Kindes zu hören. Wir mĂŒssen auch achtsam gegenĂŒber unseren eigenen BedĂŒrfnissen sein und sie miteinander in Balance bringen. Das bedeutet, dass wir bewusste Entscheidungen darĂŒber treffen, was wir aktuell tun können bzw. möchten, was wir lieber auf spĂ€ter verschieben und welcher kindliche Wunsch bzw. welche Verhaltensweise sich vielleicht gar nicht mit unseren eigenen BedĂŒrfnissen vereinbaren lĂ€sst. Das bedeutet nicht, dass wir uns egoistisch verhalten, sondern dass wir als Eltern authentisch sind!

    2. Nein sagen

    Um unsere BedĂŒrfnisse und die unseres Kindes auszubalancieren, mĂŒssen wir hin und wieder Nein sagen. Doch was so einfach klingt, scheint oft eine große Herausforderung fĂŒr uns zu sein. Ein Nein ist mit vielen negativen Wertungen behaftet: Es gilt als unfreundlich, nicht hilfsbereit, unhöflich, es „gehört sich nicht“. Besonders Frauen wurden frĂŒher meist nicht zum Neinsagen ermutigt und auch heute gibt es in der Erziehung von MĂ€dchen in dieser Hinsicht Nachholbedarf.

    Dabei ist Nein ein unglaublich wichtiges Wort, mit dem wir unsere eigenen Grenzen wahren und fĂŒr unsere Sicherheit sorgen. Ein Nein zu etwas, das wir nicht wollen, ist zugleich immer auch ein Ja zu uns selbst! Wenn wir nun versuchen, das Nein in der Erziehung unseres Kindes zu vermeiden, laufen wir damit nicht nur Gefahr, permanent unsere eigenen Grenzen zu verletzen. Wir verabsĂ€umen es auch unserem Kind beizubringen, wie es seine eigenen Grenzen schĂŒtzt! Das ist jedoch etwas, das Kinder unbedingt lernen sollten. Und ebenso wertvoll ist es fĂŒr sie zu lernen, die Grenzen der anderen und deren Nein zu respektieren.

    3. FĂŒr Positivity sorgen

    Sind wir im Familienalltag erst einmal mit gewissen Herausforderungen konfrontiert, rĂŒckt das Negative schnell in den Fokus. Wir arbeiten intensiv an einer Lösung, wĂ€lzen das Problem mit Freund*innen und lesen unzĂ€hlige Erziehungsratgeber. Oft beschert uns das nicht viel mehr als ein GefĂŒhl der Hoffnungslosigkeit – und unser Problem erscheint uns plötzlich kaum zu bewĂ€ltigen.

    SpĂ€testens an dieser Stelle ist der richtige Moment, um Stopp zu sagen und den Negativ-Fokus fĂŒr eine Weile zu verabschieden! Was dabei hilft, sind schöne Erlebnisse miteinander. Ein Ausflug, gemeinsames Basteln, einen Kuchen backen oder ein Spielenachmittag – was auch immer der Familie Freude macht, ist jetzt sinnvoll und wichtig! Dabei sollten wir möglichst darauf achten, dass wir die bekannten Eskalationsauslöser vermeiden. Ein Spaziergang im Wald kann Spaß machen – oder aber zum Drama werden, wenn das Anziehen der Schuhe beim 3-JĂ€hrigen meist mit lautem Schreien endet. Wenn wir fĂŒr ein positives Erlebnis sorgen, sollten wir also Situationen vermeiden, in denen es erfahrungsgemĂ€ĂŸ oft zu Streit kommt.

    Ist der Alltag angespannt, mĂŒssen wir bewusst und ganz gezielt fĂŒr Positivity und Entspannung sorgen. Was dabei hilft: sich auf die positiven Dinge, StĂ€rken und Ressourcen zu fokussieren! Zum Beispiel können wir unserem Kind abends vor dem Zubettgehen drei Dinge sagen, die wir heute mit ihm genossen haben. Oder wir können ihm zuflĂŒstern, was wir ganz besonders an ihm mögen.

    Was wir und unsere Kinder dabei lernen können…

    Drei Tipps – das mag wenig klingen und in der Umsetzung manchmal ganz schön viel sein. Doch ein Versuch lohnt sich! (Und niemand muss gleich perfekt sein.) Denn wenn wir diese Tipps in unseren Alltag integrieren, gehen wir mit gutem Beispiel voran und können Folgendes sowohl fĂŒr uns selbst lernen bzw. trainieren als auch unserem Kind beibringen:

    • SelbstfĂŒrsorge. Das bedeutet, achtsam auf unsere eigenen BedĂŒrfnisse zu hören und die eigenen Grenzen zu wahren.
    • Empathie. Wir sind achtsam den BedĂŒrfnissen unserer Mitmenschen gegenĂŒber und respektieren deren Grenzen.
    • Konstruktiver Umgang mit Frustrationen und Konflikten.
    • Durchhaltevermögen. Wir lernen, auf etwas zu warten bzw. an einer Sache dranzubleiben.
    • KompromissfĂ€higkeit.

    Außerdem vermitteln wir unserem Kind mit unserer achtsamen und wertschĂ€tzenden Haltung, dass es sich der Liebe seiner Eltern immer sicher sein kann. Ganz besonders in herausfordernden Zeiten!

    Noch Fragen? Lassen Sie sich von uns beraten – persönlich oder online!